Trauerzeisig (Carduelis Tristis )-Zucht-bzw. Erfahrungsbericht

Stieglitze, Zeisige, Girlitze, Grünfinken, Hänflinge, Gimpel, Kreuzschnäbel, Kernbeißer anschl. Fringilladen
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Trauerzeisig (Carduelis Tristis )-Zucht-bzw. Erfahrungsbericht

Beitrag von zentauri » 11. Juni 2016, 18:43

Trauerzeisige in meiner AV ( oberes Photo zeigt auch einen Fichtenzeisig.)
Von dem Trauerzeisighahn auf dem Photo konnte ich in 2 Bruten im letzten
Jahr 10 schöne kräftige Nachkommen ziehen.(Von einer Henne)
Der Hahn ist jetzt bereits 10 Jahre alt.
Zur Zeit singt u. jagt er immer noch seine Henne vorbildlich und vielversprechend.
Wenn man den Weisheiten der Vogelzuchtexperten glauben dürfte, dann
müsste dieser Hahn schon vor längerer Zeit an Altersschwäche verendet sein. Vielleicht
liegt es daran, das dieser Vogel noch niemals Kontakt mit irgendeinem
Medikament hatte. Sein Lieblingsgrünfutter ist Vogelmire mit blühenden
Samenständen, oder junge Wegewarteblätter. beides ist dauerhaft in Wasserkontakt
und somit dauerhaft wie frisch gepflückt im Angebot. ( In der Winterzeit biete ich
alternativ Chicorree u. Gurke an. Die Lerchenzweige werden jedes Jahr ausgetauscht. Auch gibt es
regelmäßig eingefrorene halbreife Nachtkerzensamenstände, sowie ganzjährig einen gebundenen
Strauß Rainfarnsamen. Im Bade - u. Trinkwasser gab es bis ins letzte Jahr hinein ein paar
Tropfen Serinol. Leider wird dieses Mittel seit letztem Jahr nicht mehr hergestellt.
Angeblich wurden dem Hersteller unerfüllbare u. zu hohe Auflagen für die Herstellung
von Amtswegen auferlegt. Das war bei vielen erfahrenen Züchtern ein sehr beliebtes
Mittel. Es wurde aufgrund beinhaltender Ätherischer Öle von den Vögeln sehr gerne
angenommen. Alternativ dazu biete ich nun "ROPA BIRD Liquide 10 % "an. Bei diesem
Mittel reicht 1 Tropfen pro 0.5 Ltr.Wasser. Das kann man allerdings nur aus Holland beziehen.
250ml - Flasche kostet 20,00€ und reicht ewig. Im Frühjahr biete ich auch Weidenzweige an.
Deren Rinde wird gerne abgefressen. Auch wird sehr gerne aus einer (liegenden) 2,5 cm dicken
Schlangengurkenscheibe die im oberen Bereich winzig klein geschnittenen u. im Gurkenwasser
schwimmenden Gurkenteile (breiförmig) herausgefressen. Derartige Versorgung ist zwar
zeitaufwendig, aber gut für die Vögel. Bis zum Flüggewerden der Jungen wird auch
gerne lehmhaltiger Mineralblock an diese verfüttert. Keimfutter während der Aufzucht u. bis zum
Selbstständigsein der Jungen, Sepia Schale, Mineral-Gritt etc. gehört zur Grundversorgung.
Diese Angaben beziehe ich speziell auf die Trauerzeisige.
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Re: Trauerzeisig (Carduelis Tristis )-Zucht-bzw. Erfahrungsbericht

Beitrag von zentauri » 19. Juni 2016, 10:24

Ergänzend zum Beitrag ( Bilder nebst Komentare: )

Foto 3 zeigt u.a. junge Wegewartenblätter. Im anfänglichem
Pflanzenwachstumsstadium, bevor Blütentriebe beginnen zu wachsen,
werden diese Blätter gerne gefressen. Die lt. Foto sichtbare Wegewarte
lasse ich im Garten wachsen.

Foto 2 zeigt gemeinsam alle 10 Geschwister aus beiden Bruten nebst
zweier Altvögel. In Bild 2 ist auch ein gebundener Strauß Rainfarnsamenstände
zu sehen. Genauso stehend lagere ich das auch über Winter als Reserve.
Geerntet sollte das spätestens bis Ende November sein, da die im Brachland
stehenden Samenstände danach von den Herbststürmen dermaßen
durchgeschüttelt wurden, das die Samenstände kaum noch Samen beinhalten.
Rainfarnsamen scheint mir gesundheitlich bezogen' ein sehr wichtiger
Bestandteil in der Ernährung der Trauerzeisige zu sein.
An dieser Stelle möchte ich auch unbedingt noch erwähnen, das Trauerzeisige
extrem gerne angebotene eingefrorene Nachtkerzensamenstände zerfleddern.




Bild 3 zeigt den bereits 10 Jahre alten 1,0 Trauerzeisig nebst einer 0,1
in ihren über alles geliebten Lerchenzweigen.
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Re: Trauerzeisig (Carduelis Tristis )-Zucht-bzw. Erfahrungsbericht

Beitrag von zentauri » 17. März 2017, 12:22

Nun ist die Zeit, wo die Trauerzeisige in der AV mit der Mauser
beginnen ( Wechsel von Winter - auf Sommergefieder. )Um dabei
unterstützend einzugreifen, biete ich ihnen jede Woche u.A.einen
verästelten frischen Weidenzweig an. Das Weidenrinde wertvolle
Inhaltsstoffe hat, ist nicht nur uns Menschen bekannt, sondern
den Zeisigen anscheinend auch, denn es wird von ihnen jedes
Mal die komplette Rinde abgenagt.

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Re: Trauerzeisig (Carduelis Tristis )-Zucht-bzw. Erfahrungsbericht

Beitrag von zentauri » 8. August 2017, 17:14

Teilansichten meiner 2007 gebauten Außenvoliere für die Trauerzeisige
und Fichtenzeisige. ( HBT=220x550x160 )
In dem ca. 8-10 cm dicken Betonboden nebst Umrandung sind ca.30 Sack
(a 40 Kg ) Estrichmörtel verbaut. Ich hatte mir seinerzeit die Mühe gemacht und das
ganze per Hand im Mörtelfass mit Wasser gemischt bzw. zubereitet. Bei der Menge
wäre vielleicht empfehlenswert sich dafür einen Betonmischer auszuleihen.

Für den Außenrand : Einmal rundherum 25er Rasenkanten setzen, innen
Mit Brettern eine Innenschalung zusammenbasteln und dazwischen wiederum Estrichmörtel.
Das Ganze später mit Betonhaftgrund sowie Betonfarbe streichen um den
Boden besser sauber halten zu können. Die vielen Kanthölzer, welche ich für
den Aufbau der Voliere benötigte, standen mir glücklicherweise kostenlos
zur Verfügung. Die benötigte ich ursprünglich als Unterlage für die vielen Tonnen Stahl
für China, welchen ich damals des öfteren in den Freihafen Hamburg transportierte.
Am 20.08. noch ergänzend:
Für den Fall, das die Aufbauvorgehensweise der AV jemanden interessieren sollte,
noch folgend Erwähnenswerte :
Bevor irgendwelche Estrichbeton -Arbeiten begonnen wurden, hatte ich den
Volieren - Holzbalkenaufbau in Metallhülsen, welche zuvor maßgenau in den Boden
gerammt u. einbetoniert wurden, eingesetzt und aufgebaut. Auf diese Weise wurde auch eine
extrem stabile und langlebige Grundkonstruktion geschaffen, welche bei Bedarf
später auch eventuell für andere Zwecke umgebaut und genutzt werden könnte.
Der Boden hat Gefälle und am Stirnseitigen Ende einen herausnehmbaren Schieber,
sodass man das Ganze auch mit dem Wasserschlauch reinigen könnte.
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Re: Trauerzeisig (Carduelis Tristis )-Zucht-bzw. Erfahrungsbericht

Beitrag von zentauri » 12. August 2017, 12:09

Ergänzung:
Der auf obigen Photos zu sehende 1,0 Trauerzeisig wird mit seinem momentanen
Alter von 11 Jahren höchstwarscheinlich in Kürze erneut Vater. Am 02.08. 2017
waren bei einer Nestkontrolle 3 Eier gelegt. Als ich heute nochmals das Gelege
besichtigte, befanden sich im Nest 6 bläulich verfärbte (also befruchtete ) Eier.
Da ich aus gegebenem Anlass mit der Trauerzeisig -Zucht aufhören möchte, will
ich es bei dieser Gelegenheit nicht auslassen zu erwähnen, das zu gegebener Zeit
u. vorausgesetzt bei Erfolg, ich diese Jungtiere an Trauerzeisig - Interessierte
abgeben möchte.

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Re: Trauerzeisig (Carduelis Tristis )-Zucht-bzw. Erfahrungsbericht

Beitrag von zentauri » 18. August 2017, 10:41

Habe heute mal die Linse über das Nest gehalten.
Fazit :
3 x geschlüpft und 3 Eier unbefruchtet.
Beringung mit 2,7 er Ringen dann am 25.08.
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Re: Trauerzeisig (Carduelis Tristis )-Zucht-bzw. Erfahrungsbericht

Beitrag von zentauri » 24. August 2017, 16:32

Am 24.08.2017 (7 Tage alt )

Der rechtsseitige ist übrigens 24 Std. jünger, als der
mittlere.
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Re: Trauerzeisig (Carduelis Tristis )-Zucht-bzw. Erfahrungsbericht

Beitrag von zentauri » 27. August 2017, 10:20

Und wiederum 3 Tage später ( am 27.08.2017.)
1 x 10 Tage alt und 2 x 9 Tage alt.
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Re: Trauerzeisig (Carduelis Tristis )-Zucht-bzw. Erfahrungsbericht

Beitrag von zentauri » 30. August 2017, 16:49

Es wird eng im Nest ( und warm - momentan 32°)
Es sieht so aus, als wenn die Nestlinge sich dieses Mal
schneller entwickelt haben, als in den Jahren zuvor.
Der Älteste ist gerade erst 13 Tage alt und wie es
aussieht, hält den nicht mehr viel im Nest. Der scheint
ein 1,0 zu sein. ( Große sehr dunkle Flügelspiegel ! )
Aber hinten der sieht ja genauso aus. In den vergangenen
Jahren hatte ich immer' mehr Hennen als Hähne. Das war
eigentlich besser.
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Re: Trauerzeisig (Carduelis Tristis )-Zucht-bzw. Erfahrungsbericht

Beitrag von zentauri » 6. September 2017, 19:40

Aufnahme vom 05.09.2017 ( 19 Tage alt )
Einer der drei war als noch zu wenig flugfähiger Ästling
über Nacht bei 6°Aussentemperatur auf dem AV - Betonboden
verblieben und derart ausgekühlt, das er am nächsten Tag
verendet ist. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt derartige Vorkommen
stark im Auge behalten, aber diese Bodenlandung war mir leider
entgangen.
Es besteht allerdings auch die Warscheinlichkeit,das der Vogel
noch leben würde, wenn ich keinerlei Nestlingfotos für die
Allgemeinheit hier in diesem Thema gemacht hätte. Vielleicht
wären die Jungen dann länger im Nest geblieben und damit
nach verlassen des Nestes flugfähiger.
Wie sagt man: ?
(" Aus Schaden wird man klug") und ("Wer den Schaden hat, hat den Spott")
Aber vielleicht ist das im Nachhinein nicht nur für mich eine Lehre.
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